Einen wunderschönen Tag!
Es ist Dienstag, 9Uhr morgens....ich bin schon seit ca. 2 stunden wach, hab das gefühl das leben beginnt hier ein bisschen früher...naja, is ja schließlich schon lange hell und um 18 uhr wird es schon wieder dunkel.
Es kommt mir so vor als ob ich schon ne woche oder so hier bin, wenn jemand dafür eine psychologisch fundierte antwort hatte, bitte! Ich habe mich inzwischen mit der pension in der ich für einen monat wohne abgefunden und auch ein bisschen zu schätzen gelernt. mein Zimmer wurde 2 tage vor meiner ankunft hochgezogen, n bett rinngestellt, fertig! Es ist klein und ich würde es eher als ein provisorium bezeichnen. Dafür wohnen hier ne handvoll cooler leute, aus Canada, Frankreich, Brasilien....am sonntag waren wir alle zusammen mittag essen, es gab huhn, bohnen, pommes, reis, das ist so ne art standard hier, es gibt halt eine sorte fleisch und dazu die benannten beilagen, also sehr einfach gehalten aber ziemlich lecker...Dazu gab es natürlich bier (cerveeeiija) was hier eher wie wasser schmeckt, aber einfach extrem erfrischend ist bei der hitze...so war die stimmung auch gleich sehr gut am tisch und der Brasileiro sorgte für viel Unterhaltung :) Thema ist immer wieder das deutsche bier, er hat videos von deutschen beim bier trinken gesehen und versicherte mir, dass er großen respekt davor hat und irgendwann einmal mit ihnen trinken möchte.
Am Abend war ich in Olinda, ein malerisches kolonialstilstädtchen ein paar km entfernt von recife. In der Zeit vor dem Karneval gibt es da jeden abend musik (samba, maracatu, rap) und trunk und tanz...Pre-Karneval eben...Es ist schon so wie ich es mir vorgestellt habe, alle fröhlich, alle am samba tanzen (die kleenen mädchen gehn schon richtig ab), gute laune und lautstärke.
Da ich noch mit meinem Jetlag zu kämpfen habe bin ich partytechnisch aber noch auf sparflamme eingestellt...So nahmen wir gegen 22.00 unser taxi nach hause.
Am Montag war es so weit, mein erster Unitag stand an...Aufstehen, duschen, das wenig schmackhafte frühstück zu mir nehmen, ein paar formulare inne plastiktüte geschmissen und los gings...
Erste Station war das international office, wo man mich mit: "AAh, Paulo?!" begrüßte. "Jaaa, ganz geeenauuu!" dacht ich mir und antwortete mit "Sim." (JA) So durfte ich neben 3 portugiesen platz nehmen, die wohl auch gerade erst gekommen waren und auch psychologie studieren. Cool, schonmal nicht alleine...
Die Verständigung mit ihnen lief weniger gut, das portugiesisch in portugal klingt krass anders, fast wie eine andere sprache...also mussten sie alles 3 mal wiederholen, aber ich denke unter diesen umständen hab ich schon recht viel über sie erfahren...und zur not sprechen sie auch englisch...Danach mussten wir zum Immatrikulationsamt und anschließend zur "Faculdade de Ciencias Humanas", ein recht unansehnliches hochhaus auf dem campus, der mir wiederum ziemlich gut gefällt, weitläufig, viel grün, schattige plätze und rundherum kleine chillige bars, wo wir auch unser mittagessen einnahmen. Huhn, Bohnen, Reis und Salat, standard. Ein Teller kostet so um die 2 Euro, halt so viel wie draufpasst.
Nach dem Essen war ich so fertig (lag wohl auch an der sonne) dass ich mich wieder in die pension begab, wo ich ein wenig entspannte...Das war aber nach einem kurzen blick auf mein handy auch gegessen, Cecilia lud mich ein ihr apartment zu besichtigen, wo ich eventuell einziehen kann...mit ihr hatte ich schon von Dresden aus gequatscht, vermittelt über eine andere deutsche die hier studierte...Die wohnung is richtig cool gelegen, supermarkt um die ecke, ein paar leute auf der straße....Cecilia ist richtig lieb, und die wohnung ist verglichen mit der pension ein traum...privatsphäre, ein vernünftiges bad, 2 Schränke im Zimmer...hoffe dass ich dort einziehen kann. irgendwann im märz würde es los gehen...
Abends nahm ich dann das erste mal alleine den bus, wieder schön beobachtet gefühlt hab ich mich...naja, frage der gewöhnung. Als ich ausstieg (der Kassierer im bus sagt einem bescheid) war es schon dunkel und ich betete, dass ich mit meiner Visa card und 450 reais in meiner tasche sicher zu hause ankommen würde...ich muss dazu sagen, dass ich gehört habe, dass unsere gegend hier nich soo sicher ist...aber nichts passiert...Als ich die pension betrat waren Maarten und Felipe am Essen...Marrten schön verbrannt, drei farbige haut mit bodyshirt abdruck, great success...echt übel die strahlung hier...das essen war ma wieder mittel, viel fleisch, reis und bohnen...dafür gabs leckeren Cajusaft...Felipe (der Bierbrasilianer) und ich kamen auf die idee ein paar bier zu holen...12 dosen für ca. 5€ in einer art kiosk/bar, in bzw. vor der eine komplette familie saß und entspannte bzw. einen kokos-käse snack bereitete...sehr lecker! uns wurden stühle angeboten und wir genossen das bier und das klima auf der straße, zu geil. Auf dem Rückweg liefen uns die mädschne aus canada übern weg die lust auf ein caipirinha hatten...Also suchten wir 5 gringos und felipe eine bar auf...Caipi für 70 cent, live musik und gute stimmung. open air natürlich ;)
Muss gleich wieder zur uni um meine immatrikulation zu besiegeln...
liebe grüße aus der Cidade Universitaria...